Der Traum von einer Profikarriere

Bericht SN 19.12.2015, von TOBIAS ERLEMANN

Randy Schneider

Stark in der Offensive

 

Die Schaffhauser Talente Elias Mesonero und Randy Schneider spielen beide beim Grasshopper Club Zürich, wohnen auf dem GC-Campus und gehören dem Kader der Schweizer U-15-Nationalmannschaft an.

 

Bilder Tobias Erlemann

 

Sie wollen sich gemeinsam bis zu den Profis beim Grasshopper Club Zürich «durchboxen»: Die Schaffhauser Elias Mesonero (l.), bisher Sporting Club SH und FC Schaffhausen und Randy Schneider(r.), bisher FC Beringen und FC Schaffhausen, gehören zu den grössten Talenten in der Nachwuchsabteilung des Rekordmeisters.

 

Im Internat sind die beiden Talente auf sich allein gestellt. Auch das Wäschewaschen gehört zu ihren eigenverantwortlichen Aufgaben.

Der runde Ball steht bei Randy (l.) und Elias zumeist im Mittelpunkt. Haben sie mal frei, steht zur «Ablenkung» auch mal eine Partie Tischfussball auf dem Programm.

Rot steht Elias (l.) und Randy auch sehr gut: Die beiden Schaffhauser absolvierten ­gemeinsam einen Nationalmannschaftslehrgang der U 15 in Magglingen.Bild zvg

 

 

Wollen sich gemeinsam bis zu den Profis beim Grasshopper Club Zürich «durchboxen»: Die Schaffhauser Elias Mesonero (l.) und Randy Schneider gehören zu den grössten Talenten in der Nachwuchsabteilung des Rekordmeisters.Bilder Tobias Erlemann

 

Name:Randy Schneider Nationalität:Schweiz

Geburtsdatum:27. 8. 2001

Position:Offensives Mittelfeld

Stärken:Technik, Dribbling, Kreativität

Schwächen:Kopfball

Im GC-Campus seit:Juli 2014

Bisherige Vereine:FC Beringen, FC Schaffhausen, GC

 

Elias Mesonero Stark in der Defensive

Name:Elias Mesonero Nationalität:Schweiz

Geburtsdatum:27. 3. 2001

Position:Verteidiger

Stärken:Zweikampf, Kopfball, Disziplin

Schwächen:linker Fuss

Im GC-Campus seit:Juli 2014

Bisherige Vereine:Sporting Club SH, FC Schaffhausen, GC

 

Beim Zusammenzug der U-15-Nationalmannschaft im November in Magglingen wohnten sie nicht zusammen auf einem Zimmer: «Für einmal trennten sich unsere Wege», lacht Randy Schneider. Denn zusammen mit dem Schaffhauser Elias Mesonero macht sich der gebürtige Beringer auf, die Fussballwelt zu erobern. Die beiden 14-Jährigen haben viele Gemeinsamkeiten. Beide spielten bis zum Sommer 2014 beim FC Schaffhausen – und gingen dann gemeinsam ins Internat des Grasshopper Clubs Zürich nach Nieder­hasli, den GC-Campus. Dort wohnen sie zusammen auf einem Zimmer und spielen gemeinsam in der Nachwuchsequipe der Hoppers. Und: «Wir wollen beide Profis werden, das ist unser Traum», erklärt Elias.

Die ersten, erfolgreichen Schritte sind gemacht. Im Internat der Hoppers haben sich die beiden in den Fokus ­gespielt und gehören zur Gruppe der Perspektivspieler, welche unter besonderer Beobachtung stehen. «Wir arbeiten sehr intensiv mit unseren Talenten. Hierbei setzen wir sogar gezielt Videostudien ein, um den Spielern noch besser aufzeigen zu können, woran wir mit ihnen arbeiten wollen», erklärt Sandro Chieffo, Ausbildungschef bei GC. Bei einem grossen Talentepool wie dem des Rekordmeisters bedeutet dies einen immensen Aufwand.

 

Spiele für die Schweiz

Bei allen Parallelen gibt es doch einen grossen Unterschied: Randy ­begeistert als Offensivspieler mit ­Kreativpotenzial. Elias dagegen ist der Stratege in der Defensive. Seit Sommer 2014 wohnen sie im GC-Internat, um sich verstärkt um ihre Fussballaus­bildung zu kümmern. Was sich anhört wie der Traum aller Junioren, ist in Wahrheit kein Zuckerschlecken. Denn der Grasshopper Club legt neben der sportlichen Förderung den Fokus auch ganz klar auf eine gute schulische und berufliche Ausbildung. So geht Randy aktuell in die Gesamtschule in Nieder­hasli. Elias hat diese bereits beendet und beginnt demnächst eine KV-Lehre an der «United School of Sports». Dabei musste er wegen des Sports schon einen kleinen «Traum» verwerfen. Gerne hätte er nämlich den Beruf des Schreiners erlernt. «Aber das hätte nicht gepasst mit meinen Trainings- und Spielzeiten», erklärt der 14-Jährige. Fünf bis sechs Trainingseinheiten die Woche stehen auf dem Programm. Dazu die Meisterschaftsspiele am ­Wochenende. Randy hat es sogar schon geschafft, Länderspiele für die Schweiz zu absolvieren. Im September kam er bei zwei Partien gegen Schottland zum Einsatz. Als die Nationalhymne erklang, «war das ein ganz besonderes Gefühl. Ich war zwar nervös, aber auch sehr glücklich», beschreibt Randy die Sekunden vor dem Spiel.

 

Stammspieler bei GC und Kadermitglieder bei der Nationalmannschaft. Da scheint der Schritt zu den Profis fast vorgezeichnet. Beide Talente bleiben erfrischend bodenständig. «Wir ­haben noch einen langen und harten Weg vor uns», weiss Elias. Diesen Weg kennt er aus der eigenen Familie. Vater Oscar ist Ausbildungschef beim «Fussballverband Region Zürich» und SFV-Instruktor. Mutter Christina agierte lange Zeit als Trainerin bei den FCS-Junioren. Und auch seine Brüder rennen dem Ball nach: Nicolas (22) spielt bei der Spielvereinigung Schaffhausen. Simon (20) agiert beim FC Winterthur II und kam im Sommer 2014 bereits zu zwei Challenge-League-Einsätzen. So erhält Elias volle Unterstützung von der Familie, diese tritt aber gleichzeitig auch als Mahner auf. «Sie stehen mir immer mit Tipps zur Seite. Aber sie machen mir auch klar: ich muss jeden Tag an mir arbeiten, um es mal als Profi zu schaffen.»

 

Reifeprozess

Die Voraussetzungen bei Elias und Randy sind allemal da, um zukünftig mal beim Fanionteam der Hoppers anzuklopfen. Zumal beim Rekordmeister derzeit eine hohe Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Profis herrscht. «Es macht Spass, diesen jungen Spieler zuzusehen», sagt Chieffo. «Aber klar ist auch: Nur wer am Ende die höchste Qualität hat, schafft den Sprung zu den Profis. Das ist kein einfacher Weg bis nach oben.» So ist es das Ziel, die ­Talente sportlich zu fördern, aber auch zu reifen Persönlichkeiten zu ent­wickeln. Hierbei spielen die Attribute Anstand und Respekt eine grosse Rolle. Für GC-Nachwuchsspieler gehört es zur Normalität, freundlich zu sein gegenüber Erwachsenen und ­anderen Spielern. Zur Begrüssung gibt man sich die Hand, beim Essen sind gewisse Manieren an den Tag zu legen. Und den «Internatsspielern» werden auch menschliche Werte vermittelt und Regeln vorgegeben. Die Zimmer müssen von den Spielern selbst sauber gehalten werden, die Schmutzwäsche ist eigenständig zu waschen, Ordnung liegt in der eigenen Hand. Eine Vorbereitung auf das «normale» Leben und gleichzeitig eine charakterliche Ausbildung. «Meine Mutter sagte schon mal zu mir, dass ich reifer geworden bin», lacht Elias. «Daheim helfe ich nun sogar auch mal beim Wäschemachen», offenbart Randy sogar schon häusliche Qualitäten.

 

Strenger Tagesablauf

Doch viel lieber sprechen die beiden über den Fussball. Dafür müssen sie auch Entbehrungen in Kauf nehmen. «Wir haben sicher weniger Freizeit als andere in unserem Alter», weiss Elias. Doch nur fokussieren auf den Fussball sollten sich die Talente auch nicht, wie Chieffo einwirft: «Wir schauen auch darauf, dass sie mal Zeit für sich haben und andere Sachen machen können wie ins Kino gehen.» Der Tagesablauf der beiden Junioren ist streng. Bereits kurz nach 6 Uhr wird aufgestanden, dann geht es zum Frühstück. Von dort zur Schule oder zum Ausbildungsbetrieb, dazu ein bis zwei Trainingseinheiten am Tag. Am Abend sind dann noch Hausaufgaben oder ­andere Pflichten zu erledigen, bevor der Tag mit dem «Zapfenstreich» um 22 Uhr endet. Doch gerade dieses ­Mammutprogramm hilft den Talenten, weiter zu reifen und schon in jungen Jahren Verantwortung zu übernehmen. Charakterschulung und sport­liche Ausbildung im perfekten Doppelpass.

 

Für Randy und Elias steht aber meist der Sport im Fokus. Fussball spielen, das ist seit jeher ihre Passion. Selbst wenn sie dann mal zu Hause sind in Schaffhausen, wird oft noch mit Freunden gekickt. «Sobald ich einen Ball sehe, muss ich einfach spielen», lacht Randy. Und genau diese Freude dürfe ein Talent nie verlieren, erklärt Chieffo: «Fussball muss immer Spass machen, das ist das Wichtigste.»

 

 

FC Beringen

Werkstrasse 21

Postfach 25

8222 Beringen

 

info(at)fcberingen.ch

HAUPTSPONSOR

 

   So können Sie

   Sponsor

        werden!