Feuer, Flamme und Tränen beim besonderen Training

 

 

Als erster Fussballverein der Region bietet der FC Beringen Trainings für besondere – also geistig oder körperlich eingeschränkte – Kinder an. Eine Herausforderung für Trainer und Spieler.

 

 

von Pascal Schwyn

 

 

Bälle und Fussballschuhe liegen bereit, die Tore sind aufgestellt. Eigentlich alles genau gleich wie nebenan bei den unzähligen F-Junioren, die unter der Leitung von Trainer Ralph Heydecker über den Rasen schwirren. Aber doch merkt man schnell, dass an dieser Ecke des Sportplatzes Grafenstein in Beringen etwas anders ist. Trainingsbeginn Punkt halb sechs? Das ist möglich – manchmal. Denn bei dieser kleinen Gruppe von Trainerin Angelika Stauffer ist Flexibilität das A und O. Noch letzte Woche war der eine Bub Feuer und Flamme ob des runden Leders, heute weint er und möchte so schnell wie möglich wieder nach Hause. «Es bringt natürlich nichts, hier etwas zu erzwingen», sagt Angelika Stauffer und begleitet den Achtjährigen mit seiner Mutter zurück zum Auto. Heute fällt es für ihn aus, das Training in dieser Ecke des Grafensteins, das etwas anders ist. Oder eben: besonders. Denn genau so bezeichnet der FC Beringen das neue Projekt, das in dieser Form regional einzigartig ist. Dabei soll die Freude am Fussball Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkten körperlichen oder geistigen Fähigkeiten vermittelt werden. Therapie ist dieses Training aber nicht: «Es geht um Spass und Integration», meint Angelika Stauffer, die beim FC Beringen für das Sponsoring zuständig ist und den Ideenanstoss für das Projekt gab. «Solche Kinder sollten nicht ausgeschlossen werden. Denn im spielerischen Umgang mit dem Ball wachsen diese Kinder oft über sich hinaus. Für mich gehört das bei einem Verein mit rein», sagt die 44-jährige Stauffer, die allerdings betont, dass die Kinder nicht zwingend aus Beringen kommen müssen, um am Training teilnehmen zu können.

 

Geduld ist gefragt

Es sei für diese Kinder eine grosse Abwechslung, wenn sie mal «richtigen» Sport ohne therapeutischen Hintergrund betreiben können. Für Stauffer, deren beide Söhne ebenfalls beim FC Beringen kicken, soll das Projekt aber nicht nur den Kindern mit einer Einschränkung helfen. So sollen die anderen Junioren mit der besonderen Trainingsgruppe in Kontakt kommen und vielleicht auch irgendwann eine Einheit miteinander bestreiten. «Ich finde, dass es den Kindern guttut, wenn sie nicht erst mit 20 Jahren auf Menschen mit einer Behinderung treffen», sagt Stauffer. Vom gemeinsamen Training unter den verschiedenen Kindern ist man derzeit aber noch weit entfernt. Genug schwierig ist es, die besonderen Kinder mit ihren unterschiedlichen Behinderungen zu trainieren. «Es braucht sehr viel Geduld. Ich zeige viel vor, arbeite mit Hilfsmitteln – zum Beispiel einem grossen Ball – und achte darauf, dass im Umfeld der Kinder nicht zu viel Ablenkung herrscht», sagt Stauffer. Derzeit sind lediglich zwei junge Fussballer bei ihr im Training, wobei die Gruppe sowieso auf acht Kinder beschränkt ist. «Eigentlich waren wir gerade froh, dass das Projekt eher verhalten startete. So können auch wir uns langsam in diese grosse Herausforderung einarbeiten», sagt Beringens Co-Präsidentin Corinne Maag, die zusammen mit ihrem Mann Peter bei den Trainings hilft und Angelika Stauffer zur Seite steht. Vom Projekt, das zu Beginn im Vorstand nicht nur Begeisterungsstürme auslöste, ist mittlerweile der ganze Club überzeugt – und hilft mit. So haben auch die Spieler der ersten Mannschaft Patenschaften für die besondere Trainingsgruppe übernommen.

 

 

Fussballtraining für besondere Kinder. Ort: Sportplatz Grafenstein in Beringen. – Alter: Zwischen 8 und 12 Jahren. – Preis: 115 Franken pro Saison. – Nächstes Training: Mittwoch, 21. Mai, 16.30 Uhr. – Weitere Informationen: www.fcberingen.ch.

 

FC Beringen

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